Vegetarisches Restaurant Hiller in Hannover
Teil 2
„Wussten Sie, dass Dirk Bach Vegetarier ist? „Nein, tatsächlich?" Karl-Heinz und seine Begleiter staunen. Der Schauspieler und Komiker, der fast so breit wie hoch ist, hat voriges Jahr sogar ein Kochbuch für Vegetarier geschrieben: „Vegetarisch schlemmen - Fleischlose Lieblingsrezepte von und mit Dirk Bach" (Egmont vgs Verlag, 160 Seiten, 19,80 Euro). Das Buch enthält nicht nur 50 Rezepte, sondern auch noch „Anekdoten aus dem Leben eines leidgeprüften Vegetariers, der sich den Spaß am Essen nicht verderben lässt", wie der Verlag im Klappentext schreibt.
Im Wesentlichen gibt es wohl drei Arten von Vegetariern: die Leidgeprüften, die sich ständig rechtfertigen, warum sie auf Fleisch verzichten, aber trotzdem genießen können; die, die am liebsten alle Nichtvegetarier nötigen, sich für ihre vermeintlich unmoralische Fleischfresserei zu rechtfertigen, und schließlich die, die sich weder rechtfertigen, noch andere zu Rechtfertigungen nötigen, sondern einfach kein Fleisch essen.
„Vegetarismus ist keine Religion", sagt Robert Beck. Er ist der Besitzer des „Hiller", kocht am liebsten „quer durch alle Esskulturen" - und ist selbst überhaupt kein Vegetarier. Beck hat das „Hiller" vor sieben Jahren übernommen. Es ist das älteste vegetarische Restaurant in Deutschland, gegründet 1955. In dieser Zeit reorganisierten sich gerade die wenigen Vegetarier in Vereinen und Verbänden. Ihr Anteil an der Bevölkerung lag deutlich unter ein Prozent. Mittlerweile sind es immerhin acht Prozent aller Deutschen, die fleischlos leben. Das hat die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) gezählt.
Der Deutsche Vegetarier-Rat beantwortete die Frage, was Vegetarismus ist, so: Laut der so genannten Rehburger Formel handelt es sich um „die Lehre, dass der Mensch aus ethischen und biologischen Gründen ausschließlich zum Pflanzenesser bestimmt ist". Sein stärkstes Motiv ist die Überzeugung, dass „möglichst kein Tier für die menschliche Existenz getötet oder geschädigt werden soll." Der Vegetarier-Rat bot Mitte der Fünfziger auch einen „Vegetarier-Ausweis für Kriegsdienstverweigerer" an.